Warum sich Offerten so schwer vergleichen lassen
Der Gesamtpreis allein sagt wenig. Die Spannen von EnergieSchweiz für ein Einfamilienhaus sind breit, weil Häuser, Systeme und Leistungsumfang verschieden sind. Sie stehen mit dem Preisstand 2024/25 der Quelle (abgerufen im Oktober 2026) in der Übersicht Wärmepumpe Kosten Schweiz. Zwei Offerten können deshalb beide korrekt sein und trotzdem Unterschiedliches anbieten. EnergieSchweiz warnt ausserdem, dass die Kosten einer Sanierung wesentlich höher ausfallen, wenn ein Wärmeverteilsystem (Heizkörper, Fussbodenheizung, Leitungen) nachgerüstet werden muss.
Was in einer Offerte stehen sollte
Legen Sie die Offerten nebeneinander und prüfen Sie Position für Position:
| Position | Das sollte klar sein |
|---|---|
| Anlage und Leistung | Hersteller, Typ, Wärmequelle (Luft, Erdsonde, Grundwasser), Heizleistung in kW und wie sie berechnet wurde |
| Warmwasser und Speicher | Ist der Speicher enthalten, und mit welchem Inhalt? |
| Wärmeverteilung | Bleiben Heizkörper oder Bodenheizung bestehen, welche Vorlauftemperatur (Temperatur des Heizwassers) ist vorgesehen, was wird umgebaut? |
| Wärmequelle | Erdsonde: Bohrung, Bohrfirma, Bewilligung. Grundwasser: Bewilligung. Luft: Aufstellort und Schall |
| Elektro und Messung | Anschluss, Zähler, fachgerechte Strom- und Wärmemessung |
| Rückbau | Demontage der alten Heizung, Entsorgung des Tanks (Preise hängen vom Einzelfall ab) |
| Bewilligungen | Wer erstellt Baugesuch oder Meldung und den Lärmschutznachweis, und was kostet das? |
| Inbetriebnahme | Einregulierung, Inbetriebnahmeprotokoll, Einweisung |
| Zertifikate und Förderunterlagen | WPSM, Gütesiegel, Leistungsgarantie (siehe unten) |
| Garantie und Service | Dauer, Umfang, Garantiegeber, Wartung |
| Preisbasis | Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer und aller für den vereinbarten Leistungsumfang zwingenden Kosten, Optionen separat ausgewiesen, Gültigkeit, Zahlungsplan |
Heizleistung: berechnet, nicht übernommen
Von der Leistung hängen Preis, Effizienz und Geräusch ab. In der Dimensionierungsanalyse der Feldmessung des Bundes (22 Einfamilienhaus-Anlagen, die Gesamtstudie umfasst 28 Anlagen; Heizsaison 2022/23) lag die Auslegung im Mittel 45 % über dem Bedarf, im Median 36 %. Anlagen mit Leistungsregelung traf es eher stärker. Die Stichprobe ist klein und nicht repräsentativ. Die Botschaft bleibt: Fragen Sie, wie die Leistung hergeleitet wurde. Eine Offerte, die einfach die Kesselleistung der alten Heizung übernimmt, hat diese Frage nicht beantwortet. Die Heizlast, also die Wärmeleistung, die Ihr Haus an den kältesten Tagen braucht, ermittelt eine Heizlastberechnung. Mit dem Kostenrechner erhalten Sie einen groben Vergleichswert aus Ihrem Verbrauch (nach einer älteren Kesselfaustregel), den Sie neben die Offerten legen können. Die Heizlastberechnung ersetzt er nicht.
Zertifikate und Gütesiegel: was belegt ist
Drei Begriffe tauchen in Offerten auf, und alle hängen mit der Förderung zusammen:
- Wärmepumpen-System-Modul (WPSM): ein Label für Kleinanlagen. Viele Kantone verlangen es für die Förderung. Laut Faktenblatt des Kantons Luzern prüft und zertifiziert die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) die Anlage nach der Installation, gestützt auf Leistungsgarantie, Inbetriebnahmeprotokolle von Installateur und Hersteller und das hydraulische Schema. Danach erhält die Eigentümerschaft das Anlagenzertifikat.
- Wärmepumpen-Gütesiegel und Leistungsgarantie: Für Anlagen über 15 kW thermisch kann das WPSM nicht genutzt werden. Zürich und Luzern verlangen dann ein in der Schweiz gültiges Gütesiegel und die unterschriebene Leistungsgarantie von EnergieSchweiz. Das Gütesiegel vergibt die FWS. Es bewertet laut FWS nicht nur die Technik, sondern auch die Planungsunterlagen und die Serviceorganisation.
- Gütesiegel der Bohrfirma: Bei Erdsonden verlangen Förderprogramme zum Teil ein gültiges Gütesiegel der Bohrfirma. Die FWS führt dafür eine Liste.
Fragen Sie nach: Gehört das WPSM-Anlagenzertifikat zum Angebot, und wer reicht die Unterlagen ein? Steht das Gerät auf der Gütesiegelliste der FWS? In Kantonen, die diese Nachweise verlangen, gehören sie zum Fördergesuch. Wie das Gesuch abläuft, erklärt die Seite Förderung Wärmepumpe Schweiz.
Garantie und Service
Eine übliche Garantiedauer für Wärmepumpen in der Schweiz lässt sich nicht belegen, sie unterscheidet sich je nach Hersteller und Anbieter. Als Orientierung nennt die FWS Bedingungen für ihr Gütesiegel (Stand Oktober 2026): Inhaber müssen nach der Inbetriebnahme eine Garantie von zwei Jahren auf die Wärmepumpe geben und erklären, dass das Gerät zehn Jahre lang mit gleichwertigen Ersatzteilen instand gesetzt werden kann. Der Kundendienst muss im Bedarfsfall innerhalb von 24 Stunden reagieren. Das sind Voraussetzungen für das Siegel, nicht die Garantie Ihrer Offerte.
Lassen Sie Dauer, Umfang und Garantiegeber schriftlich festhalten: Gilt die Garantie nur für das Gerät oder auch für Montage und Einregulierung? Wer macht den Service, und wie wird er verrechnet? Zahlen zu Wartungskosten und Lebensdauer finden Sie unter Wartung und Lebensdauer der Wärmepumpe.
Warnzeichen in Offerten
- Nur ein Gesamtpreis, keine Positionen.
- Die Leistung ist nicht begründet oder entspricht der Kesselleistung der alten Heizung.
- Wärmeverteilung und Vorlauftemperatur kommen nicht vor. Je tiefer die Vorlauftemperatur sein darf, desto effizienter läuft die Wärmepumpe.
- Bei Luft-Wasser fehlt jeder Hinweis auf Aufstellort, Schall und Bewilligung. Laut EnergieSchweiz ist in vielen Kantonen eine Baubewilligung nötig, vor allem bei Aufstellung im Freien mit Anforderungen an den Lärmschutz.
- Zertifikate oder Förderunterlagen fehlen, obwohl Ihr Kanton sie verlangt.
- Die Förderung wird als sicher zugesagt. Zusichern kann sie nur der Kanton nach Prüfung.
- Sie sollen unterschreiben, bevor das Fördergesuch gestellt ist. Die Regel lautet: Gesuch vor Baubeginn.
- Bei grosser Kältemittelmenge fehlt der Hinweis auf die Pflichten. Bei mehr als 3 Kilogramm Kältemittel sind nach Bundesrecht ein Wartungsheft und die Meldung der Anlage vorgeschrieben. Ob regelmässige Dichtigkeitskontrollen nötig sind, hängt zusätzlich von Kältemittelart und Füllmenge ab.
- Es ist nicht erkennbar, was im Preis enthalten ist, zum Beispiel was bei einem sehr tiefen Preis fehlt.
Zehn Fragen vor der Unterschrift
- Wie wurde die Heizleistung berechnet, und welche Vorlauftemperatur ist vorgesehen?
- Auf welche Jahresarbeitszahl stützt sich die Betriebskostenrechnung? Die Feldmessung des Bundes nennt im Mittel 3.4 für Luft-Wasser und 4.6 für Erdsonde (Wärmepumpe allein). Für das ganze System lagen die Mittelwerte bei 3.2 und 4.3.
- Welche Nebenarbeiten sind im Preis, welche nicht?
- Wie gross ist die Kältemittelfüllmenge, und welche Pflichten (Wartungsheft, Meldung, Dichtigkeitskontrolle) folgen daraus? Lassen Sie sich diese vom Fachbetrieb schriftlich nennen.
- Wer reicht Baugesuch oder Meldung, Lärmschutznachweis und Fördergesuch ein?
- Welcher Nachweis gehört zum Angebot: WPSM, Gütesiegel oder Leistungsgarantie?
- Was gilt im Förderprogramm als Baubeginn, und wann dürfen die Arbeiten beginnen?
- Wie lange läuft die Garantie, wer gibt sie, und was deckt sie?
- Wer macht den Service, und wie wird er abgerechnet?
- Wie lange gilt die Offerte, und ist der Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen, mit Optionen separat?
Offerte anfragen
Beschreiben Sie Ihr Gebäude im Formular unten, wir melden uns bei Ihnen. Eno Solar GmbH arbeitet im Kanton Zürich und Umgebung und prüft, ob sie das Vorhaben übernimmt oder mit Ihrem Einverständnis (dem Häkchen im Formular) an einen geeigneten Fachbetrieb weitergibt. Die Anfrage ist unverbindlich. Haben Sie vorab den Kostenrechner genutzt, übernehmen Sie dessen Richtwerte mit der Anfrage. Für Vorhaben im Kanton Zürich gibt es zudem die Schwesterseite Wärmepumpe Offerte im Kanton Zürich, ebenfalls ein Angebot der Eno Solar GmbH.
Häufige Fragen
Warum unterscheiden sich zwei Offerten so stark?
Meist wegen des Leistungsumfangs: Ist die Wärmeverteilung enthalten, wie gross ist der Speicher, gehört die Bohrung dazu, wer trägt Bewilligungen und Rückbau? Dazu kommen die gewählte Wärmequelle und die berechnete Leistung. Legen Sie erst die Positionen nebeneinander und vergleichen Sie danach die Preise.
Ist die günstigste Offerte die beste?
Nicht automatisch. Eine günstigere Offerte kann Posten weglassen, die eine andere enthält, oder eine andere Leistung vorsehen. Vergleichen Sie erst, wenn Umfang, Leistung und Garantie übereinstimmen, und betrachten Sie neben dem Kaufpreis auch die jährlichen Energiekosten.
Brauche ich vor dem Fördergesuch eine Offerte?
Das hängt vom Förderprogramm ab. Im Zürcher Programm gehört die Offerte für den Heizungsersatz zu den Unterlagen, die Sie vor Baubeginn einreichen, zusammen mit einem Foto der alten Heizung samt Typenschild und Plänen. Bei Anlagen bis 15 kW thermisch kommt die unterschriebene WPSM-Bestätigung dazu. Andere Kantone können andere Unterlagen verlangen.
Was bedeutet Leistungsgarantie in der Offerte?
Gemeint ist ein Formular von EnergieSchweiz, das der Anbieter ausfüllt und unterschreibt. Im Förderverfahren wird es je nach Kanton für Anlagen über 15 kW thermisch verlangt. Das Luzerner Faktenblatt hält fest, dass die Leistungsgarantie nur akzeptiert wird, wenn sie vollständig ausgefüllt ist, und dass sich die Checkliste darin in der Regel überall mit Ja beantworten lassen sollte.
Kostet eine Offerte etwas?
Das ist je Anbieter verschieden. Fragen Sie vor der Besichtigung, ob für eine ausgearbeitete Offerte Kosten anfallen und ob sie bei einem Auftrag angerechnet werden.
Quellen
Stand der Quellen: Oktober 2026
- EnergieSchweiz: Wärmepumpen (Kosten Einfamilienhaus mit Preisstand 2024/25, Aufstellung und Bewilligung, Lebensdauer)
- EnergieSchweiz: Heizen mit Wärmepumpe (WPSM, Fördergesuch vor Baubeginn, Vorlauftemperatur)
- EnergieSchweiz: Erneuerung der Heizung, zu erwartende Kosten (Hinweis zur Wärmeverteilung)
- Bundesamt für Energie: Feldmessungen von Wärmepumpen-Anlagen, Heizsaison 2022/23
- Kanton Zürich: Förderprogramm 2026 (PDF), als Beispiel eines kantonalen Programms
- Kanton Luzern: Faktenblatt Wärmepumpensystemmodul (WPSM)
- Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS): Wärmepumpen-Gütesiegel
- BAFU: Anlagen und Geräte mit Kältemitteln, Betrieb und Wartung (Wartungsheft, Meldepflicht, Dichtigkeitskontrolle)