Was eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet
Luft-Wasser-Wärmepumpen entziehen der Aussenluft Wärme. Eine Bohrung ist nicht nötig, deshalb ist diese Bauart in der Anschaffung die günstigste. Die Tabelle fasst die belegten Zahlen für ein Einfamilienhaus zusammen. Die Quelle präzisiert die MWST-Basis nicht. Ihr Gesamtpreis ergibt sich aus einer objektspezifischen Offerte inklusive MWST.
| Posten | Angabe, Preisstand 2024/25 |
|---|---|
| Anschaffung inklusive Installation, Speicher und Hydraulik | 45’000 bis 60’000 CHF |
| Betriebskosten (Strom) pro Jahr, laut EnergieSchweiz | etwa 1’000 bis 1’600 CHF, Wartung und Service kommen hinzu |
| Betrieb und Unterhalt im Bundesbeispiel | 300 CHF pro Jahr |
| Nebenarbeiten wie Elektro, Schallschutz, Rückbau, Gebühren | je nach Haus |
Ein Preis je kW oder je Quadratmeter lässt sich daraus nicht ableiten. Wie die Gesamtkosten in einem Wohnhaus aussehen, zeigt die Seite zu den Kosten im Einfamilienhaus.
Warum Luft-Wasser meist am günstigsten startet
Erdsonde und Grundwasser kosten mehr, weil die Wärmequelle erst erschlossen werden muss. Die Zahlen zur Erdsonden-Wärmepumpe und der Vergleich aller Arten zeigen die Unterschiede.
Dafür ist die Luft als Wärmequelle im Mittel kälter. In der Feldmessung im Auftrag des Bundes lag die mittlere Quellentemperatur der Luft in der Heizsaison 2022/23 im Wärmepumpenbetrieb bei 5.1 °C, bei den Erdsonden bei 8.7 °C. Je kleiner der Temperaturunterschied zwischen Quelle und Heizwasser ist, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe.
Was im Betrieb zu erwarten ist
Eine Feldmessung im Auftrag des Bundesamts für Energie erfasste in der Heizsaison 2022/23 insgesamt 28 Anlagen, darunter 13 Luft-Wasser-Wärmepumpen. Die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe allein (JAZ+) lag bei den Luft-Anlagen im Mittel bei 3.4, der schlechteste Wert bei 3.06, der beste bei 4.2. Betrachtet man das ganze System mit Umwälzpumpen und Heizstab (einer elektrischen Zusatzheizung), liegt der Wärmenutzungsgrad im Mittel bei 3.19 (Bereich 2.47 bis 4.04). Für Kostenrechnungen ist dieser zweite Wert der vorsichtigere.
Die Stand-by-Verluste betrugen im Mittel 2 bis 3 % des gesamten Stromverbrauchs. Die Stichprobe ist klein und nicht repräsentativ, die Anlagen wurden teils optimiert. Die Streuung ist gross: Was Ihre Anlage erreicht, hängt unter anderem von der Vorlauftemperatur (der Temperatur des Heizwassers) und der Dimensionierung ab. Eigene Rechnungen mit Strompreis und Wärmebedarf finden Sie unter Betriebskosten der Wärmepumpe. Wie lange eine Anlage hält und was sie an Unterhalt braucht, steht unter Wartung und Lebensdauer.
Innenaufstellung oder Aussenaufstellung
Laut EnergieSchweiz kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im oder ausserhalb des Gebäudes stehen. Die Luft wird über Kanäle zur Wärmepumpe gebracht, die abgekühlte Luft bläst die Anlage wieder aus. Bei einer Innenaufstellung brauchen Gerät und Luftkanäle Platz im Haus. Welche Variante günstiger ist, hängt vom Haus ab.
Steht das Gerät draussen, beeinflusst der Aufstellort den Schallschutz. Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist in vielen Kantonen eine Baubewilligung nötig, vor allem bei Aufstellung im Freien mit Anforderungen an den Lärmschutz. In einigen Kantonen gibt es für kleinere Anlagen ein vereinfachtes Meldeverfahren. Die Baubehörde Ihrer Gemeinde prüft, ob eine Bewilligung nötig ist. Bei mehr als 3 Kilogramm Kältemittel sind nach Bundesrecht zusätzlich ein Wartungsheft und die Meldung der Anlage vorgeschrieben. Ob regelmässige Dichtigkeitskontrollen nötig sind, hängt von Kältemittelart und Füllmenge ab. Lassen Sie sich die geltenden Pflichten vom Fachbetrieb schriftlich nennen.
Luft-Wasser im Altbau
Entscheidend im Altbau ist die Vorlauftemperatur: Je tiefer sie sein darf, desto effizienter arbeitet die Anlage. Welche Temperatur Ihr Haus braucht, ergibt eine Heizlastberechnung zusammen mit den vorhandenen Heizflächen. Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die Ihr Haus an den kältesten Tagen braucht. Voraussetzungen und Kosten für ältere Gebäude erklärt die Seite zur Wärmepumpe im Altbau.
Rechenbeispiel Stromkosten (eigene Rechnung mit Annahmen)
Annahmen: Wärmebedarf 15’000 kWh pro Jahr, Wärmenutzungsgrad 3.2 (Mittel der Luft-Anlagen aus der Feldmessung, gerundet), Strompreis 27.7 Rp./kWh (ElCom-Median 2026 für einen Haushalt ohne Wärmepumpe). Ergebnis: rund 4’700 kWh Strom und etwa 1’300 CHF pro Jahr. Bei 25’000 kWh Wärmebedarf sind es rund 7’800 kWh und etwa 2’200 CHF. Den Rechenweg zeigt die Seite Betriebskosten der Wärmepumpe.
Das erste Beispiel (15’000 kWh) liegt innerhalb der Spanne von EnergieSchweiz, das zweite (25’000 kWh) darüber. Die Spanne nennt keinen Wärmebedarf. Ihr Strompreis kann zudem von diesem Median abweichen. Es ist ein Richtwert und keine Offerte.
Qualitätslabel und Fördergesuch
Viele Kantone verlangen für eine Förderung das Qualitätslabel Wärmepumpen-System-Modul (WPSM). Es gilt für Kleinanlagen. Die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz prüft die Unterlagen und kontrolliert laut EnergieSchweiz rund 20 % der Anlagen vor Ort. Fragen Sie in der Offerte, ob der Betrieb das Label liefern kann, und reichen Sie das Gesuch vor Baubeginn ein.
Offerte prüfen: worauf Sie bei Luft-Wasser achten
- Die Heizleistung in kW, hergeleitet aus einer Heizlastberechnung (die Heizlast, siehe oben).
- Die eingerechneten Posten: Gerät, Speicher, Montage, Elektroarbeiten, Schallschutz, Rückbau der alten Heizung, Gebühren.
- Die Angabe zur Jahresarbeitszahl und wie sie ermittelt wurde.
- Wer das Fördergesuch stellt. Es muss vor Baubeginn eingereicht werden.
Eine Anleitung zum Vergleich mehrerer Angebote bietet Wärmepumpen-Offerte prüfen. Planen Sie zur Wärmepumpe eine Solaranlage, nennen Sie das in der Anfrage: Eno Solar plant im Kanton Zürich Wärmepumpen im Gesamtsystem mit Photovoltaik. Liegt Ihr Gebäude anderswo, prüft Eno Solar, ob sie das Vorhaben übernimmt oder mit Ihrem Einverständnis (dem Häkchen im Formular) an einen geeigneten Fachbetrieb weitergibt.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe bei Frost?
Sie nutzt die Aussenluft auch im Winter: Die Feldmessung des Bundes hat 13 Luft-Anlagen über die Heizsaison 2022/23 gemessen, die mittlere Quellentemperatur der Luft lag bei 5.1 °C. Je kälter die Luft, desto mehr Strom braucht die Anlage. Laut EnergieSchweiz kann bei niedrigen Aussentemperaturen ein elektrischer Heizstab zugeschaltet werden, wodurch der Stromverbrauch steigt. Wie viel Leistung ein Gerät bei Frost abgibt, steht im Datenblatt des Herstellers.
Kann die Luft-Wasser-Wärmepumpe im Haus stehen?
Ja. Laut EnergieSchweiz kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im oder ausserhalb des Gebäudes stehen. Die Luft wird über Kanäle zur Wärmepumpe gebracht und abgekühlt wieder ausgeblasen. Was das an Platz und Kosten bedeutet, hängt vom Haus ab.
Wie lange hält eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
EnergieSchweiz rechnet für Wärmepumpen-Systeme mit mindestens 20 Jahren. Mehr dazu steht auf der Seite zu Wartung und Lebensdauer.
Braucht das Aussengerät eine Bewilligung?
Das hängt von Gemeinde, Standort und Anlage ab. Laut EnergieSchweiz ist für Luft-Wasser-Wärmepumpen in vielen Kantonen eine Baubewilligung nötig, vor allem bei Aufstellung im Freien. Klären Sie es vor der Bestellung mit der Baubehörde. Auch der Schallschutz gegenüber den Nachbarn kann Auflagen auslösen.
Warum liegt das Berner Rechenbeispiel unter der Preisspanne?
Die Spanne beschreibt typische Werte für Einfamilienhäuser, das Beispiel ein einzelnes durchgerechnetes Haus. Beide stammen von EnergieSchweiz, die Quelle erklärt die Differenz nicht. Das Beispiel nennt 42’000 CHF Anschaffung vor Abzug der Förderung von 6’000 CHF. Rechnen Sie deshalb mit der Spanne und lassen Sie Ihr Haus offerieren.
Quellen
Stand der Quellen: Oktober 2026
- EnergieSchweiz: Wärmepumpen (Kostentabelle mit Preisstand 2024/25, Aufstellung, Lebensdauer)
- EnergieSchweiz: Erneuerung der Heizung, zu erwartende Kosten
- EnergieSchweiz: Heizen mit Wärmepumpe (Vorlauftemperatur, Förderung vor Baubeginn)
- Bundesamt für Energie: Feldmessungen von Wärmepumpen-Anlagen, Heizsaison 2022/23
- ElCom: Strompreise 2026 (Medienmitteilung vom 9. September 2025)
- BAFU: Anlagen und Geräte mit Kältemitteln, Betrieb und Wartung (Wartungsheft, Meldepflicht, Dichtigkeitskontrolle)