Kostenaufbau einer Erdsonden-Wärmepumpe
| Posten | Angabe, Preisstand 2024/25 |
|---|---|
| Anlage gesamt, Einfamilienhaus, inklusive Installation, Speicher, Hydraulik und Bohrung | 55’000 bis 80’000 CHF |
| Davon: Bohrung der Erdsonde samt Installation (nicht zusätzlich zu rechnen) | ca. 15’000 bis 25’000 CHF |
| Preis pro Bohrmeter | keine verlässliche Angabe |
| Bewilligung und Gebühren | je nach Haus |
| Betriebskosten (Strom) pro Jahr, laut EnergieSchweiz | ca. 800 bis 1’400 CHF, Wartung und Service kommen hinzu |
Richtwerte laut Quelle, keine Offerte. EnergieSchweiz begründet die höheren Kosten der Erdsonde mit der Bohrung. Die Gesamtspanne enthält die Bohrung bereits: Addieren Sie den Bohrungsrichtwert deshalb nicht noch einmal. Die Quelle präzisiert die MWST-Basis nicht. Ihr Gesamtpreis ergibt sich aus einer objektspezifischen Offerte inklusive MWST. Lassen Sie sich in der Offerte Tiefe und Anzahl der Sonden sowie den Preis der Bohrung getrennt ausweisen und klären Sie Rückbau, Elektroarbeiten und weitere Nebenarbeiten.
Warum die Bohrung der grosse Posten ist
Die Erdsonde holt Wärme aus dem Untergrund. Ab ca. 15 bis 50 Metern Tiefe ist die Bodentemperatur über das Jahr konstant, danach nimmt sie um ca. 3 °C pro 100 Meter zu. Sonden reichen laut EnergieSchweiz bis zu 500 Meter tief. Die Wärmequelle ist dadurch gleichmässiger als die Luft, die Bohrung ist dafür ein eigener, aufwendiger Arbeitsschritt.
In der Feldmessung im Auftrag des Bundes erreichten 12 Erdsonden-Anlagen in der Heizsaison 2022/23 eine Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe (JAZ+) von im Mittel 4.6, der schlechteste Wert lag bei 2.91, der beste bei 5.9. Der tiefste Wert gehört zu einem Mehrfamilienhaus. Misst man die gesamte Anlage inklusive Umwälzpumpen und Heizstab (einer elektrischen Zusatzheizung), beträgt der Wärmenutzungsgrad im Mittel 4.26 (Bereich 2.89 bis 5.26). Auf alle Anlagen in der Schweiz lässt sich das nicht übertragen.
Gegenüber der Luft-Wasser-Wärmepumpe liegen die Untergrenzen der Anschaffungsspannen 10’000 CHF und die Obergrenzen 20’000 CHF höher, bei den Betriebskosten (Strom) sind die Spannen jeweils 200 CHF pro Jahr tiefer (eigene Differenzen aus den Zahlen der Quelle). Den Vergleich in Tabellenform bietet Wärmepumpen-Arten im Vergleich.
Bewilligung vor dem Bohren
Für Bohrung und Erstellung einer Erdsonde ist neben der Baubewilligung eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung nötig, weil die Bohrung das Grundwasser gefährden kann. Das klären Sie, bevor Sie einen Auftrag vergeben. Die Gemeinde ist laut EnergieSchweiz die erste Anlaufstelle, der Kanton prüft fachlich. Auf kann-ich-bohren.ch zeigen Zulässigkeitskarten, wo Bohrungen erlaubt, verboten oder vertieft abzuklären sind. Gibt es für Ihren Kanton keine solche Karte, fragen Sie bei der kantonalen Gewässerschutzfachstelle nach. In sensiblen Gebieten oder bei tiefen Bohrungen sind zusätzliche Gutachten und Voraussetzungen nötig. EnergieSchweiz rät zu einer Bohrfirma mit Gütesiegel.
Grundwasser-Wärmepumpe: der Sonderfall
Grundwasser-Wärmepumpen (Wasser-Wasser) nutzen Grundwasser als Quelle. EnergieSchweiz nennt für das Einfamilienhaus ca. 60’000 bis 85’000 CHF, gestützt auf eine einzige Quelle. Die Bohrungen sind meist kürzer als bei der Erdsonde, oft ist das Grundwasser nach einigen Metern erreicht. Auch hier muss die Bohrung bis auf Grundwasserniveau vorab bewilligt sein. Die Bewilligung oder Konzession ist laut EnergieSchweiz meist zehn Jahre gültig. Zur Jahresarbeitszahl haben wir keine Schweizer Feldmessung gefunden und nennen deshalb keinen Wert. Ob Grundwasser an Ihrem Standort genutzt werden darf, klärt die kantonale Fachstelle.
Lebensdauer der Sonde und Langzeitverhalten
Erdwärmesonden und Fassungen für Grundwasser haben laut EnergieSchweiz eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren (Normen SIA 384/6 und 384/7). Das gilt für die Quelle im Untergrund, nicht für das Gerät im Haus. Wie lange das Gerät hält und was Service kostet, steht unter Wartung und Lebensdauer. Der durch die Sonde abgekühlte Untergrund regeneriert sich laut EnergieSchweiz durch natürliche Wärmeleitung. Ist er zu stark abgekühlt, muss er regeneriert werden. Die Feldmessung fand bei einer seit 1994 betriebenen Sonde minus 2.6 °C, tiefer als der Sollzustand der Norm SIA 384/6 von minus 1.5 °C nach 50 Jahren. Das ist ein Einzelobjekt und nicht zu verallgemeinern, aber ein Grund, die Auslegung der Sonde prüfen zu lassen.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
- Dafür spricht: eine gleichmässigere Wärmequelle, im Feldtest die höhere Jahresarbeitszahl, tiefere Betriebskosten (Strom) in den Spannen und eine Quelle im Untergrund, die mindestens 50 Jahre halten soll.
- Dagegen spricht: die höhere Anschaffung, der Weg über Bohrung und Bewilligung und die Abhängigkeit von einer sauberen Auslegung der Sonde.
- Offen bleibt: der Preis je Bohrmeter und die Nebenkosten der Bewilligung.
Offerte für die Erdsonde prüfen
- Anzahl und Tiefe der Sonden und wie sie ermittelt wurden.
- Bohrfirma mit Gütesiegel.
- Wer die Unterlagen für die Bewilligung vorbereitet und einreicht.
- Die eingerechneten Posten: Bohrung, Anlage, Speicher, Elektroarbeiten, Gebühren.
Wie Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen, erklärt Offerte prüfen und vergleichen. Ob eine Erdsonde auch in einem älteren Gebäude passt, beantwortet die Seite zur Wärmepumpe im Altbau. Eno Solar arbeitet im Kanton Zürich und Umgebung. Nach Ihrer Anfrage klärt Eno Solar, ob sie das Vorhaben übernehmen kann. Andernfalls gibt sie es nur mit Ihrem Einverständnis (dem Häkchen im Formular) an einen geeigneten Fachbetrieb weiter.
Häufige Fragen
Was kostet eine Erdsonde pro Meter?
Eine aktuelle Schweizer Quelle mit Meterpreis haben wir nicht gefunden und nennen deshalb keinen. Der Preis hängt vom Einzelfall ab, unter anderem von der Tiefe. Ältere Preisangaben aus dem Netz sind überholt. Lassen Sie Tiefe, Anzahl der Sonden und Preis in der Offerte getrennt ausweisen.
Wie tief wird für eine Erdsonde gebohrt?
Nach EnergieSchweiz reichen Sonden bis zu 500 Meter in den Untergrund. Ab etwa 15 bis 50 Metern ist die Bodentemperatur konstant, in grösseren Tiefen nimmt sie um etwa 3 °C pro 100 Meter zu. Wie tief Ihre Sonde sein muss, ergibt die Auslegung für Ihr Haus.
Ist die Erdsonden-Wärmepumpe auch für den Altbau geeignet?
Die Wärmequelle sagt nichts über die Heizflächen im Haus. Entscheidend ist, welche Vorlauftemperatur (Temperatur des Heizwassers) Ihr Gebäude braucht: Je tiefer sie sein darf, desto effizienter arbeitet die Anlage. Eine Heizlastberechnung klärt das, also die Berechnung der Wärmeleistung, die Ihr Haus an den kältesten Tagen braucht. Mehr zu älteren Gebäuden steht auf der Seite zur Wärmepumpe im Altbau.
Darf ich bohren lassen, bevor die Förderung zugesagt ist?
Fördergelder müssen laut EnergieSchweiz immer vor Baubeginn bei der kantonalen Energiefachstelle beantragt werden. Was als Baubeginn gilt, legt der Kanton fest, bei Erdsonden kann schon die Bohrung dazuzählen. Bestellen oder bohren Sie deshalb nichts, bevor das Gesuch eingereicht ist.
Quellen
Stand der Quellen: Oktober 2026