Wie tief muss die Vorlauftemperatur sein?
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das in die Heizkörper oder in den Fussboden fliesst. EnergieSchweiz hält fest: Eine Wärmepumpe läuft effizienter, wenn sie tiefere Vorlauftemperaturen bereitstellen darf. Das Heizsystem sollte deshalb für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt sein, also für Fussboden-, Wand- oder grossflächige Heizkörper.
Wie viel das ausmacht, hat das Bundesamt für Energie gemessen. Bei einer Anlage wurde die Heizkurve angepasst: Die Vorlauftemperatur sank um 6 Kelvin (ein Kelvin entspricht einem Grad Celsius Unterschied), die Effizienz im Heizbetrieb stieg um rund 14 Prozent, ohne dass der Komfort litt. Als Faustwert gilt eine Stromersparnis von 2 bis 3 Prozent pro Kelvin. Fünf Kelvin tiefer ergeben danach grob 10 bis 15 Prozent weniger Strom (eigene Rechnung).
Über alle gemessenen Anlagen lag die mittlere Vorlauftemperatur im Heizbetrieb bei 36.0 °C (Luft-Wasser) und 36.3 °C (Erdsonde). Die meisten Objekte hatten aber eine Fussbodenheizung. Für ein Haus mit alten Radiatoren sagt das wenig. Eine allgemeingültige Grenztemperatur nennen die geprüften Schweizer Quellen nicht: Sie hängt von der Grösse der Heizkörper und von der Dämmung ab. Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die Ihr Haus an den kältesten Tagen braucht. Die Heizlastberechnung einer Fachperson zeigt, welche Temperatur Ihr Haus dann braucht.
Heizkörper oder Fussbodenheizung?
Laut EnergieSchweiz ist eine Wärmepumpe mit Fussbodenheizung in der Regel effizienter als mit Radiatoren. Neue Inverter-Wärmepumpen (leistungsgeregelte Geräte) erreichen aber auch bei Radiatoren gute Effizienzwerte. Bestehende Heizkörper müssen also nicht automatisch weg. Sind sie zu klein für eine tiefe Vorlauftemperatur, können Anpassungen an den Heizkörpern oder zusätzliche Dämmung nötig werden. Die Kosten steigen dann oft. Was ein Umbau der Wärmeverteilung (Heizkörper, Bodenheizung, Leitungen) kostet, hängt vom Haus ab. EnergieSchweiz warnt, dass die Kosten einer Sanierung wesentlich höher ausfallen, wenn ein Wärmeverteilsystem nachgerüstet werden muss.
Heizleistung aus dem Heizölverbrauch abschätzen
Das Bundesamt für Energie nennt eine einfache Regel: Der bisherige Jahresverbrauch an Heizöl für Heizen und Warmwasser in Litern, geteilt durch 300, ergibt die benötigte Leistung in Kilowatt. Bei 2’000 Litern sind das rund 7 kW. Die Regel steht in einer Publikation der Gebäudekampagne EnergieSchweiz (die PDF-Datei stammt laut ihren Metadaten von 2004). Sie gilt nur, wenn vor oder nach dem Heizungsersatz keine weiteren Effizienzmassnahmen am Gebäude erfolgen. Die Publikation nennt dazu diese Richtwerte für durchschnittlich gedämmte Wohngebäude:
| Heizöl pro Jahr | Leistung für Heizen und Warmwasser | Leistung nur für Heizen |
|---|---|---|
| 1’500 Liter | 5 kW | 6 kW |
| 3’000 Liter | 10 kW | 12 kW |
| 6’000 Liter | 20 kW | 23 kW |
Nur ein Startwert. Die Werte beschreiben die Leistung eines Heizkessels, nicht die Heizlast Ihres Hauses. Die 22 Einfamilienhaus-Anlagen der Dimensionierungsanalyse waren im Mittel 45 Prozent zu gross ausgelegt (die Gesamtstudie umfasst 28 Anlagen), was Effizienz kostet, weil die Anlage häufiger taktet. Lassen Sie die Heizlast berechnen, bevor Sie eine Leistung festlegen. Der Kostenrechner arbeitet mit dieser Faustregel, wenn Sie den Heizölverbrauch eingeben, und gibt ebenfalls nur einen Richtwert aus.
Soll ich zuerst dämmen?
Weniger Wärmebedarf heisst weniger Heizleistung. Die Publikation des Bundesamts für Energie rechnet bei erneuerten Fenstern mit rund 15 Prozent weniger Energieverbrauch, bei gedämmtem Dach mit 10 Prozent und bei gedämmter Kellerdecke mit 5 Prozent. Das sind Richtwerte und im Einzelfall anders. Ob sich die Dämmung vor dem Heizungsersatz lohnt, hängt von Gebäude und Kosten ab. Die kostenlose Impulsberatung «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz beurteilt das Gebäude vor Ort und schätzt Kosten inklusive Förderung und Steuerabzügen. Fördergelder müssen vor Baubeginn bei der kantonalen Energiefachstelle beantragt werden, mehr dazu unter Förderung Wärmepumpe Schweiz.
Wann lohnt sich die Wärmepumpe im Altbau?
| Frage | Spricht dafür | Zuerst klären |
|---|---|---|
| Wärmebedarf | Hoher Öl- oder Gasverbrauch | Bei kleinem Verbrauch bleibt die Einsparung klein |
| Vorlauftemperatur | Tiefe Temperatur genügt | Bei hoher Temperatur steigt der Stromverbrauch um 2 bis 3 Prozent pro Kelvin |
| Heizkörper | Gross genug oder Fussbodenheizung | Anpassung nötig: Zusatzkosten |
| Heizleistung | Per Heizlastberechnung ermittelt | Nur geschätzt: Gefahr der Überdimensionierung |
| Wärmequelle | Platz für Aussengerät oder Bohrung | Erdsonde: Bewilligung vorab klären |
Wann sich die Mehrinvestition auszahlt, rechnet die Seite Amortisation an einem Beispiel vor. Preise für das Einfamilienhaus stehen unter Wärmepumpe Kosten im Einfamilienhaus. Eine Erdsonde erreicht höhere Arbeitszahlen, Luft-Wasser ist in der Anschaffung günstiger, mehr dazu im Vergleich der Wärmepumpen-Arten.
So gehen Sie im Altbau vor
- Notieren Sie den Heizöl- oder Gasverbrauch der letzten Jahre aus den Rechnungen.
- Prüfen Sie, welche Heizkörper oder Fussbodenheizungen vorhanden sind und in welchem Zustand sie sind.
- Lassen Sie die Heizlast berechnen, statt die Leistung des alten Kessels zu übernehmen.
- Holen Sie die kostenlose Impulsberatung ein oder lassen Sie das Gebäude von einer Fachperson vor Ort beurteilen.
- Reichen Sie das Fördergesuch ein, bevor Sie bestellen oder bohren lassen.
Beschreiben Sie im Formular unten Gebäude und aktuelle Heizung. Eno Solar GmbH arbeitet im Kanton Zürich und Umgebung und prüft, ob sie das Vorhaben übernimmt oder mit Ihrem Einverständnis (dem Häkchen im Formular) an einen geeigneten Fachbetrieb weitergibt. Die Beratung ist kostenlos, die Anfrage unverbindlich.
Häufige Fragen
Bis zu welcher Vorlauftemperatur ist eine Wärmepumpe sinnvoll?
Eine feste Grenze nennen die von uns geprüften Schweizer Quellen nicht. Es gilt: Je tiefer die Vorlauftemperatur, desto effizienter die Anlage. Welche Temperatur Ihr Haus an kalten Tagen braucht, ergibt die Heizlastberechnung zusammen mit den vorhandenen Heizkörpern. Das Ergebnis entscheidet, ob eine Anpassung nötig wird.
Was kostet es, eine Wärmepumpe im Altbau nachzurüsten?
EnergieSchweiz nennt Spannen für das Einfamilienhaus (Übersicht auf der Seite Wärmepumpe Kosten Schweiz), ohne zwischen Alt- und Neubau zu unterscheiden. Eine Quelle, die Kosten nach Altbau und Neubau trennt, haben wir nicht gefunden. Laut EnergieSchweiz sind die Kosten in Altbauten oft höher, da zusätzliche Massnahmen zur Dämmung oder Anpassungen an den Heizkörpern nötig sind. Was das für Ihr Haus heisst, klärt die Heizlastberechnung.
Ist eine Erdsonde im Altbau besser als Luft-Wasser?
Beide Bauarten sind im Altbau möglich. In den BFE-Feldmessungen erreichten Erdsonden im Mittel höhere Arbeitszahlen (4.6 gegenüber 3.4 bei Luft-Wasser, alle Gebäude zusammen). Dafür kostet die Erdsonde mehr und braucht eine Bohrbewilligung. Welche Bauart sich für Ihr Haus eignet, hängt von Grundstück und Heizlast ab.
Gibt es Förderung für den Altbau?
Fördergelder beantragen Sie bei der kantonalen Energiefachstelle, und zwar vor Baubeginn. Die Kantone legen Beträge und Bedingungen fest, viele verlangen das Qualitätslabel WPSM für Kleinanlagen. Ob Ihr Altbau und Ihre Anlage die Bedingungen erfüllen, prüfen Sie dort. Stand und Beträge ändern sich.
Quellen
Stand der Quellen: Oktober 2026
- EnergieSchweiz: Heizen mit Wärmepumpe (Vorlauftemperatur, Altbau, Impulsberatung, Förderung)
- EnergieSchweiz: Wärmepumpen (Kosten, Altbau, Heizkörper)
- EnergieSchweiz: Erneuerung der Heizung, zu erwartende Kosten (Hinweis zur Wärmeverteilung)
- EnergieSchweiz: Häufige Fragen (Förderbeiträge je Heizungstyp und Kanton)
- BFE: Feldmessungen von Wärmepumpen-Anlagen, Heizsaison 2022/23 (Vorlauftemperatur, Überdimensionierung, Altbau)
- BFE und EnergieSchweiz: Heizungsersatz Teil 1, Konventionelle Energien (Faustregel Liter durch 300)